Käthe Ruckenbrod – Goldschmiedekunst und Emaille aus Ziegelhausen
Markus PirothTeilen
Käthe Ruckenbrod gehört zu den interessanten Vertreterinnen des deutschen Kunsthandwerks des 20. Jahrhunderts. 1905 in Pforzheim geboren, studierte sie an der dortigen Kunstgewerbeschule. 1929 eröffnete sie in Ziegelhausen bei Heidelberg ein eigenes Goldschmiedeatelier, das bis 1980 bestand.
Ihr Schaffen umfasste Schmuck ebenso wie emaillierte Arbeiten. Bereits in den 1930er Jahren war Ruckenbrod mit Schmuck aus Gold, Silber und Emaille auf der Grassimesse vertreten. Besonders reizvoll ist heute die Verbindung von Metallhandwerk, Farbe und grafischer Gestaltung, die sich in vielen ihrer Arbeiten zeigt.
Zu ihren bekannten Arbeiten gehören auch Deckeldosen mit Emaildekor. Dokumentierte Stücke zeigen beispielsweise stilisierte Blumen, Fantasieornamente oder geometrische Dekore. Bei Arbeiten in Cloisonné-Technik gliedern feine Metallstege die farbigen Emailflächen und werden selbst Bestandteil der Gestaltung.
Gerade diese Verbindung von klar begrenzten Flächen und intensiven Farben gibt vielen Arbeiten Ruckenbrods ihre besondere Wirkung. Je nach Objekt treffen Blau- und Grüntöne, Rot, Gold oder andere Farbkombinationen auf Kupfer und weitere Metalle. Dadurch entstehen Stücke, die zugleich kunsthandwerklich und ausgesprochen dekorativ wirken.
Für die Zuordnung eines Stücks ist dennoch Vorsicht wichtig. Ähnliche Emailtechniken wurden auch von anderen Werkstätten und Kunsthandwerkern verwendet. Ein Dekor oder eine bestimmte Farbkombination allein reicht deshalb nicht aus, um ein Objekt Käthe Ruckenbrod zuzuschreiben. Vorhandene Monogramme, Marken, Etiketten und eine nachvollziehbare Herkunft sind wesentlich aussagekräftiger.
Heute lassen sich solche Emailarbeiten sehr gut mit moderner Einrichtung kombinieren. Eine farbige Schale oder Deckeldose benötigt nicht unbedingt eine Vitrine: Auf einem Sideboard oder Regal kann sie wie ein kleines Kunstobjekt wirken. Besonders vor ruhigen Flächen kommen die Farben, Metallstege und grafischen Motive zur Geltung.
Käthe Ruckenbrods Arbeiten zeigen damit, wie eng Schmuckkunst, Kunsthandwerk und Wohnobjekt im 20. Jahrhundert miteinander verbunden sein konnten. Gerade die sorgfältige Verarbeitung von Metall und Emaille macht ihre erhaltenen Stücke heute zu spannenden Zeugnissen dieser Gestaltungskultur.